Donnerstag, 7. April 2011
seagulls
Little white lies whirr around like hungry seagulls
Dipping their beaks in that sea of cliches
Serve me your flesh as a vegetarian dish
Tell me your secrets in all the different ways
Give me that truth
but don't take the water from the fish
More wine? Yes thankyou, I do enjoy the haze

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Dienstag, 10. August 2010
baby don't hurt me, no more
http://www.spiegel.de/kultur/kulturspiegel/0,1518,709752,00.html ?

Coolness ist ein Rentner und irgendwie noch verdammt angesagt. Verankert in unserem angeborenen Wortschatz drängelt er sich frech in jedes ernsthafte oder noch so moderne Gespräch.
Und trotzdem, lieber Spiegel, bezweifle ich, dass sich ein ganzer Artikel um dieses Wort drehen muss. Dass in out und out in ist, das wissen wir doch schon seit Jahrzehnten. Im Jahr 2010 zu behaupten, dass die Coolness allmählich verdunstet, ist recht hinterwäldlerisch. Das liegt zum einen daran, dass all diese Revolutionen um den „look du jour“ schon stattgefunden haben.
Whoopi Goldberg hat uns bewiesen, dass Kirche ungleich langweilige Tradition ist. Peta hat uns gezeigt wie reizvoll Vegetarismus sein kann.
Zwar sagen uns die Bild und die Bravo jede Woche noch, was gerade cool ist, aber doch nur, weil es bei manchen Leuten eben eine Zeitung braucht, um zu verdeutlichen, dass es angebracht ist,der Oma im Bus den Platz zu schenken.
Dass in out und out in ist und sich trotzdem jede Woche irgendein armer Redakteur fünf coole und uncoole Sachen aus den Fingern saugt, ist natürlich ein bisschen widersprüchlich. Aber da die meisten Leute sich nach einer Lebensgebrauchanleitung sehnen, in der man immer mal blättern kann, kommt einem das aktuell moderne gerade recht. Wenn man sich dann soweit aufgerafft hat, dass man einigermaßen auf beiden Beinen steht, wagt man sich in unbekanntere Gebiete und himmelt die Uncoolen an.

Aber Coolness wird hier ja auch eigentlich vielmehr als Gemütszustand dargestellt. Ist es ja auch. So was wie Contenance, Gelassenheit oder Abgeklärtheit eben.
Und NATÜRLICH wollen die wenigsten Frauen einen eiskalten Roboter zum Freund, das muss nicht in 1000 Worten erklärt werden. Aber lieber Herr Becker, glauben Sie wirklich, dass ein Mann mit einem Hasen namens Milky Way so überaus anziehend ist?
Donnerstagabend in einem niedlichen Bistro in der Innenstadt. Zwei halbvolle Gläser Rotwein stehen auf dem Tisch, er erzählt von seinem Tischtennisverein. Von Squash hält er nichts, weil zu aggressiv. Ok, Tischtennis ist doch auch ein Sport! Kein Problem. 25 Minuten später stehen sie vor seiner Wohnung. Möchte sie noch einen Kaffee? Sie möchte.
„Ich bin gleich bei dir, schau dich ruhig um. Ich muss nur eben noch meinen Hasen füttern.“
Nein. Nein nein.

Es gibt Gemütszustände, die nennen sich Waschlappen. Aber Coolness hat sich geändert und schreibt nicht unbedingt vor, dass man draufgängerisch die Ladys von der Straße aufsammeln muss, um sich dann am Morgen in Lederjacke vom Balkon auf seine Harley zu schwingen. Coolness hat uns immer Angst gemacht. In der Schule hat man die frühpubertären Fünftklässler bewundert, die sich immer mal eine Fluppe von Papi genehmigt haben. Dann die Sexbomben von der Ecke und die Arbeitstiere mit ihren eigenen Agenturen. Aber man muss nicht so drastische Maßnahmen bringen, die strikt vorschreiben, dass Nur die Liebe Zählt Gucker jetzt cool sind und der Mann, der nichts bereut, nicht mehr.

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Sonntag, 1. August 2010
I. How many Camels?
Im Flugzeug friere ich. Zum Glück habe ich nicht vor lauter Vorfreude vergessen eine Jacke mitzunehmen, außerdem liegt im Flugzeug für alle Klimaanlageunerfahrenen Touristen eine dunkelblaue Decke bereit.
Das Flugzeuginnere ist optisch angenehm genug, um nicht panisch vor dem Flugstart „Egypt Air“ googlen zu müssen und sich über die Anzahl der abgestürzten Maschinen zu erkunden. Auf den zweiten Blick sagt mir die Atmosphäre sogar noch mehr zu, die Innenausstattung ist orientalisch angehaucht und die Flugbegleiterinnen sind exotische Schönheiten. Mit einem original ägyptischen roten Bonbon im Mund und in einen Artikel über Alexandria vertieft lässt sich der Flug schließlich ganz wunderbar aushalten.

Cairo Airport ist groß, hell und bis auf ein paar leuchtende Werbetafeln kaum auffallend geschmückt. Bis jetzt wirkt alles noch sehr europäisch, doch als wir endlich einen Fuß auf echten ägyptischen Boden setzen, schlägt uns die Luft wie eine Feuerwand entgegen. Es kommt mir vor wie in der Sauna, ein Gefühl, das mir die auf Hochtouren laufende Kühlung im Bus gleich wieder nimmt und ich kann es kaum Erwarten endlich die wahre Metropole erkunden zu dürfen, Hitze hin oder her.

Der ersehnte Bazarbesuch im Herzen Kairos steht am nächsten Tag an. In unseren Fantasien schwirren Bilder von buntem Schmuck, ausladenden Gewürzständen und fremden Skulpturen. Leider müssen wir knapp zwei Stunden darauf warten, das ganze endlich live zu erleben, da es lange dauert bis sich der Bus durch den Verkehr gedrängt hat. Das Hotel befindet sich zwar in der Hauptstadt, doch die Rushhour scheint 24/7 zu bestehen.
Der Marktbesuch beginnt schließlich in einem der vielen Kaffeehäuser, ein vollgestopfter kleiner Raum mit zwei drei Tischen auf der Straße, an denen ältere Herrschaften Schisha rauchen. Ich bestelle Malventee, ein typisches Getränk, das überall angeboten wird. Es wird aus Hibiskus zubereitet und schmeckt vor allem kalt vorzüglich, aber sehr süß.

Ausgeruht von dem ermüdenden Warten im Stau wagen wir uns in die Menschenmassen, eine Moschee scheint weihnachtlich beleuchtet mit unzählbaren bunten Lichterketten, die den Marktplatz im dunkeln wirkungsvoll mit Neonfarben anstrahlen. Nur wenige Meter weiter in den Gässchen ist es wieder düster, ein Geruch von alltäglicher Arbeit, süßlichem Obst und Müllbergen, auf denen sich Dutzende von Katzen tummeln, weht einem entgegen. Es ist der Kontrast zwischen schreienden Verkäufern, teuren Touristenattraktionen, dem blühenden Leben und dem dunklerem Gesicht einer Stadt, den man nur in solchen Metropolen unmittelbar nebeneinander findet.

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