Dienstag, 10. August 2010
baby don't hurt me, no more
je ne sais pas, 21:02h
http://www.spiegel.de/kultur/kulturspiegel/0,1518,709752,00.html ?
Coolness ist ein Rentner und irgendwie noch verdammt angesagt. Verankert in unserem angeborenen Wortschatz drängelt er sich frech in jedes ernsthafte oder noch so moderne Gespräch.
Und trotzdem, lieber Spiegel, bezweifle ich, dass sich ein ganzer Artikel um dieses Wort drehen muss. Dass in out und out in ist, das wissen wir doch schon seit Jahrzehnten. Im Jahr 2010 zu behaupten, dass die Coolness allmählich verdunstet, ist recht hinterwäldlerisch. Das liegt zum einen daran, dass all diese Revolutionen um den „look du jour“ schon stattgefunden haben.
Whoopi Goldberg hat uns bewiesen, dass Kirche ungleich langweilige Tradition ist. Peta hat uns gezeigt wie reizvoll Vegetarismus sein kann.
Zwar sagen uns die Bild und die Bravo jede Woche noch, was gerade cool ist, aber doch nur, weil es bei manchen Leuten eben eine Zeitung braucht, um zu verdeutlichen, dass es angebracht ist,der Oma im Bus den Platz zu schenken.
Dass in out und out in ist und sich trotzdem jede Woche irgendein armer Redakteur fünf coole und uncoole Sachen aus den Fingern saugt, ist natürlich ein bisschen widersprüchlich. Aber da die meisten Leute sich nach einer Lebensgebrauchanleitung sehnen, in der man immer mal blättern kann, kommt einem das aktuell moderne gerade recht. Wenn man sich dann soweit aufgerafft hat, dass man einigermaßen auf beiden Beinen steht, wagt man sich in unbekanntere Gebiete und himmelt die Uncoolen an.
Aber Coolness wird hier ja auch eigentlich vielmehr als Gemütszustand dargestellt. Ist es ja auch. So was wie Contenance, Gelassenheit oder Abgeklärtheit eben.
Und NATÜRLICH wollen die wenigsten Frauen einen eiskalten Roboter zum Freund, das muss nicht in 1000 Worten erklärt werden. Aber lieber Herr Becker, glauben Sie wirklich, dass ein Mann mit einem Hasen namens Milky Way so überaus anziehend ist?
Donnerstagabend in einem niedlichen Bistro in der Innenstadt. Zwei halbvolle Gläser Rotwein stehen auf dem Tisch, er erzählt von seinem Tischtennisverein. Von Squash hält er nichts, weil zu aggressiv. Ok, Tischtennis ist doch auch ein Sport! Kein Problem. 25 Minuten später stehen sie vor seiner Wohnung. Möchte sie noch einen Kaffee? Sie möchte.
„Ich bin gleich bei dir, schau dich ruhig um. Ich muss nur eben noch meinen Hasen füttern.“
Nein. Nein nein.
Es gibt Gemütszustände, die nennen sich Waschlappen. Aber Coolness hat sich geändert und schreibt nicht unbedingt vor, dass man draufgängerisch die Ladys von der Straße aufsammeln muss, um sich dann am Morgen in Lederjacke vom Balkon auf seine Harley zu schwingen. Coolness hat uns immer Angst gemacht. In der Schule hat man die frühpubertären Fünftklässler bewundert, die sich immer mal eine Fluppe von Papi genehmigt haben. Dann die Sexbomben von der Ecke und die Arbeitstiere mit ihren eigenen Agenturen. Aber man muss nicht so drastische Maßnahmen bringen, die strikt vorschreiben, dass Nur die Liebe Zählt Gucker jetzt cool sind und der Mann, der nichts bereut, nicht mehr.
Coolness ist ein Rentner und irgendwie noch verdammt angesagt. Verankert in unserem angeborenen Wortschatz drängelt er sich frech in jedes ernsthafte oder noch so moderne Gespräch.
Und trotzdem, lieber Spiegel, bezweifle ich, dass sich ein ganzer Artikel um dieses Wort drehen muss. Dass in out und out in ist, das wissen wir doch schon seit Jahrzehnten. Im Jahr 2010 zu behaupten, dass die Coolness allmählich verdunstet, ist recht hinterwäldlerisch. Das liegt zum einen daran, dass all diese Revolutionen um den „look du jour“ schon stattgefunden haben.
Whoopi Goldberg hat uns bewiesen, dass Kirche ungleich langweilige Tradition ist. Peta hat uns gezeigt wie reizvoll Vegetarismus sein kann.
Zwar sagen uns die Bild und die Bravo jede Woche noch, was gerade cool ist, aber doch nur, weil es bei manchen Leuten eben eine Zeitung braucht, um zu verdeutlichen, dass es angebracht ist,der Oma im Bus den Platz zu schenken.
Dass in out und out in ist und sich trotzdem jede Woche irgendein armer Redakteur fünf coole und uncoole Sachen aus den Fingern saugt, ist natürlich ein bisschen widersprüchlich. Aber da die meisten Leute sich nach einer Lebensgebrauchanleitung sehnen, in der man immer mal blättern kann, kommt einem das aktuell moderne gerade recht. Wenn man sich dann soweit aufgerafft hat, dass man einigermaßen auf beiden Beinen steht, wagt man sich in unbekanntere Gebiete und himmelt die Uncoolen an.
Aber Coolness wird hier ja auch eigentlich vielmehr als Gemütszustand dargestellt. Ist es ja auch. So was wie Contenance, Gelassenheit oder Abgeklärtheit eben.
Und NATÜRLICH wollen die wenigsten Frauen einen eiskalten Roboter zum Freund, das muss nicht in 1000 Worten erklärt werden. Aber lieber Herr Becker, glauben Sie wirklich, dass ein Mann mit einem Hasen namens Milky Way so überaus anziehend ist?
Donnerstagabend in einem niedlichen Bistro in der Innenstadt. Zwei halbvolle Gläser Rotwein stehen auf dem Tisch, er erzählt von seinem Tischtennisverein. Von Squash hält er nichts, weil zu aggressiv. Ok, Tischtennis ist doch auch ein Sport! Kein Problem. 25 Minuten später stehen sie vor seiner Wohnung. Möchte sie noch einen Kaffee? Sie möchte.
„Ich bin gleich bei dir, schau dich ruhig um. Ich muss nur eben noch meinen Hasen füttern.“
Nein. Nein nein.
Es gibt Gemütszustände, die nennen sich Waschlappen. Aber Coolness hat sich geändert und schreibt nicht unbedingt vor, dass man draufgängerisch die Ladys von der Straße aufsammeln muss, um sich dann am Morgen in Lederjacke vom Balkon auf seine Harley zu schwingen. Coolness hat uns immer Angst gemacht. In der Schule hat man die frühpubertären Fünftklässler bewundert, die sich immer mal eine Fluppe von Papi genehmigt haben. Dann die Sexbomben von der Ecke und die Arbeitstiere mit ihren eigenen Agenturen. Aber man muss nicht so drastische Maßnahmen bringen, die strikt vorschreiben, dass Nur die Liebe Zählt Gucker jetzt cool sind und der Mann, der nichts bereut, nicht mehr.
... comment