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Montag, 21. Juni 2010
Peace, Honey Bunny. Make Love, Not War.
Tatsächlich bin ich jetzt schon wieder seit ein paar Tagen in Schland und wir wollen jetzt auch gar nicht mal melancholisch werden. Vor allem deswegen nicht, weil „Melancholia“ laut meinem liebsten Wikipedia „schwarze Galle“ bedeutet.
Der Ekelfaktor dieser zwei Worte führt mich auch eigentlich schon zu einem nicht sooo schönen Moment meines gestrigen Abendprogramms. Ich bin jetzt also wieder in der Bundesrepublik Deutschland und konnte endlich meinen Hunger stillen, nachdem ich es in England satt hatte mich von Mensaessen zu ernähren und der Subway Mitarbeiter mich schon viel zu genau kannte, habe allerdings mein Bedürfnis nach deutschem Fernsehen noch nicht ausreichend befriedigt.
Ich habe schon halbherzig irgendwelche Fußballspiele verfolgt und Serbien vorerst von meiner Europareiseländerliste gestrichen, aber gestern!- gestern wollte ich mir so richtig von den asozialen Kindern bis zu den billigen Moderatorenwitzen und dramatischen Telenovelas alles reinziehen.
Was bekomme ich zu sehen? Rinderhoden in der Küche. Mmmh. Was Fernsehen betrifft bin ich ohnehin peinlichst empfindlich, breche bei nur halbgar emotionalen Szenen in Tränen aus und muss bei blutigen Ärzteserien zufällig gerade meine Nase Pudern gehen. Ich weiß, heute sind alle Kinder schon hardcore unempfindlich, gucken beim ersten Date Saw eins bis siebenundzwanzig, schicken mit Begeisterung Videos wie Leute abgeschlachtet werden rum, etc. pp., aber ich kann das gar nicht ab, vor allem keine zerstückelten Hoden in der Pfanne, nachdem ich beim Joggen am Hafen Schwärme von Eintagsfliegen verschluckt habe.
Immerhin ist es noch nicht so weit gekommen, dass ich like a complete twat GAR nicht fernsehe. Haha, ich bin mir sicher, dass es hier auch einige solcher Kandidaten gibt, die bei jeder Gelegenheit erzählen, dass sie dieses Schrott Fernsehen von heute nicht sehen und wenn überhaupt Arte oder mal alle zweieinhalb Wochen eine der seltenen interessanten Reportagen über das Paarungsverhalten von Krokodilen oder die politische Entwicklung sonst wo.
Das erstaunliche ist ja, dass es so erstaunlich viele Menschen dieser Sorte gibt, wie mir scheint. Jedes Mal, wenn ich die TV total TV Tipps zum Wochenende sehe (denn mein überaus geliebtes TV total ist die einzige Sendung, die ich in UK empfangen kann), ist mindesten ein so ein Vogel dabei, der mit diesem gewissen typischen Klang in der Stimme erklärt, wie scheiße das Programm von heute doch ist. Und auch bei meiner verzweifelten Google Suche nach der deutschen Supernanny in England in etlichen Onlinefrageportalen zum Thema Fernsehen ist mir aufgefallen, dass immer einer ganz revolutionär seine intellektuelle Meinung abgeben muss.
Meine Lieben, und jetzt erkläre mir bitte einer, WAS diese Leute machen. Weil wenn man wirklich so gut wie ALLE deutschen Sender so grauenhaft findet, dass man sich keinen Fernseher anschafft, bedeutet das ja eigentlich, dass man viele der dort besprochenen Themen missbilligt. Daraus wiederum lässt sich schließen, dass diese guten Menschen ihre Zeit ausschließlich hochwertig verbringen, in Literaturcafés und Diskussionsrunden, auf Demonstrationen, mit dem spielen von außergewöhnlichen Instrumenten und Naturtrips durch den Wald machen mit nichts als dem gegebenen, seinem intellektuellen Geist, einer Gänsefeder, Tinte und selbstgemachtem Papier, um minimalistisch tiefgründige Verse zu verfassen. Und natürlich Online, um mit diesem leicht arrogant verbitterten Tonfall ihre Kritik zu verkünden.
Sachus interessantus, aber noch geiler sind ja wohl mal RTL und die Kollegen. Sicherlich sind die Erderwärmung und sich bekriegende Völker Drama genug, aber man darf nicht ALLES und vor allem sich selber nicht zu Ernst nehmen. Wenn man es nicht schafft, mit einem kleinen Lächeln die Dinge ein bisschen ins Lächerliche zu ziehen, dann könnte man sich ja den ganzen Tag quälen. Also Schalt das Ding an und sei mal ein bisschen asi ^^

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